Jo Jastram (Bildhauer)

Joachim „Jo“┬áJastram wurde als Sohn eines Lehrers am 4. September 1928┬á in Rostock geboren.
Schon in sehr jungen Jahren begann er zu zeichnen┬á und erfuhr seinerzeit F├Ârderung┬á durch seinen Lehrer Thuro Balzer. Zum Ende des┬á Zweiten Weltkrieges wurde Jastram zum Volkssturm eingezogen und kam┬á und dann in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Nach dem Krieg arbeitete er zun├Ąchst als Waldarbeiter. Sp├Ąter begann eine Lehre zum Brunnenbauer. 1949 folgte der Besuch der Fachschule f├╝r Holzbildhauerei in Empfertshausen/Rh├Ân.
1951 begann Joachim Jastram ein Studium an der Hochschule f├╝r Bildende K├╝nste in Dresden bei Walter Arnold.┬á 1945 setzte er seine Studien an der Hochschule f├╝r bildende und angewandte Kunst in Berlin-Wei├čensee bei Heinrich Drake fort . Ab 1956,┬á nach Beendigung des Studiums in Berlin mit dem Diplom als Bildhauer, begann Jo Jastram als freischaffender Bildhauer in Rostock zu arbeiten. 1964 erfolgte ein Lehrauftrag f├╝r Plastisches Gestalten am Institut f├╝r Kunsterziehung der Ernst-Moritz-Arndt-Universit├Ąt Greifswald.

Zwischen 1965 erfolgten Studienreisen in die Mongolei, nach Sibirien und nach Skandinavien.
Ab 1956 geh├Ârte er dem Verband der Bildenden K├╝nstler (VBK) der DDR an und wurde 1974 Vorsitzender des VBK der DDR des Bezirkes Rostock.

Nach 1973 wurde Kneese bei Bad S├╝lze┬á sein Schaffens- und Lebensmittelpunkt Jo Jastams.┬á Aus dem Vornamen Joachim war zwischenzeitlich das K├╝rzel „Jo“ geworden und gin fortan selbst in offiziellen Schreiben durch die Welt. 1975 wurde Jastram Pr├Ąsident des Internationalen Komitees der Biennale der Ostseel├Ąnder. Seit 1983 war Jastarm┬á Vorsitzender des Arbeitskreises Ernst Barlach im Kulturbund der DDR.
Von 1980 bis 1986 hatte er einen Lehrauftrag und die Professur f├╝r Plastik an der Kunsthochschule Berlin-Wei├čensee inne. Studenten in dieser Zeit waren unter anderen die Bildhauer Gerti Bauer, Daniel Hillert, sein Sohn Michael Jastram, Reiner Kessel, Peter Lewandowski, Michael Mohns, Jens-Uwe Raddatz, Susanne Rast, Hans Schlegel, Anne Sewcz und als Meistersch├╝ler der Maler Martin Colden und der Zeichner Michael Reich.
1983 wurde Jo┬á Jastram Mitglied in der ÔÇ×Akademie der K├╝nste der DDRÔÇť – aus der vereinigten ÔÇ×Akademie der K├╝nste in BerlinÔÇť trat er 1995 aus.
1984 erhielt Jo Jastram den Nationalpreis der DDR.
Ab 1990 war Jo Jastram Mitglied des K├╝nstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern e. V. im Bundesverband Bildender K├╝nstler.
Jo Jastram hinterl├Ąsst ein umfangreiches Lebenswerk mit einer F├╝lle von Portr├Ąts, fig├╝rlichen Darstellungen von Mensch und Tier und Arbeiten f├╝r den ├Âffentlichen Raum wie Brunnen, Kirchent├╝ren, Reliefs und Denkm├Ąler.
Vor allem in Mecklenburg findet man heute viele Arbeiten des Bildhauers. So der ÔÇ×Brunnen der LebensfreudeÔÇť auf dem Universit├Ątsplatz in Rostock (1978, gemeinsam mit Reinhard Dietrich) und die ÔÇ×Gro├če afrikanische ReiseÔÇť (seit 1983), aufgestellt 2008 am Rostocker Stadthafen.
F├╝r das Leipziger Gewandhaus schuf er 1991 die Statue Felix Mendelssohn Bartholdys.
F├╝r das Hotel Neptun in Warnem├╝nde schuf er 1971 ein Wandfries.
Jo Jastrams letzte gro├če Arbeit im ├Âffentlichen Raum vollendete er 2009 an der Ribnitzer Uferpromenade mit der Figurengruppe ÔÇ×Der Zirkus kommtÔÇť (eine Zusammenarbeit mit Susanne Rast).

Jastram Werke waren in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu erleben. 1977 waren auf der documenta 6┬á in Kassel ÔÇ×RingerÔÇť ausgestellt.
Der am h├Ąufigsten zitierte Satz des Bildhauers lautet: „Ich habe in und mit der DDR gelebt.ÔÇť
Jastram sah sich jederzeit als politisch denkender Mensch, der sich aber erkl├Ąrterma├čen von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) nie vereinnahmen lassen wollte.
Zu seinem 80. Geburtstag sagte er in einem Interview: „Mir war die k├╝nstlerische Aussage immer wichtiger als die politische.“
1996 bis 2009 erfolgten Studienreisen nach Indien, Jemen und Sri Lanka.
Jastram war verheiratet mit der Grafikerin Inge Jastram. Er hat eine Tochter, die Bildhauerin Susanne Rast und drei S├Âhne, den Designer Matthias Jastram und die beiden Bildhauer Michael und Jan Jastram.
Am 7. Januar 2011 verstarb Jo Jastram in Ribnitz-Damgarten.

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