Länderzentrum für Niederdeutsch hat jetzt eine Chefin

Bremen (nordPR) – Bereits am 6. Dezember 2017 gründeten die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Gesellschaft „Länderzentrum für Niederdeutsch“ gGmbH (LZN) für die niederdeutsche Sprache mit Sitz in Bremen. Zunächst hatte die Gesellschaft  ihre Tätigkeit mit einem Interimsgeschäftsführer aufgenommen. Nunmehr haben die vier beteiligten Länder nach einem Ausschreibungsverfahren Christianne Nölting als Geschäftsführerin bestellt.

„Frau Nölting nimmt ihre Arbeit im Länderzentrum am 1. März 2018 auf.“ Das gab der Aufsichtsratsvorsitzende des Länderzentrums, Dr. Andreas Mackeben, gestern in Bremen bekannt. Im Fokus der Arbeit werden der Schutz, der Erhalt und die Weiterentwicklung der niederdeutschen Sprache stehen. Aus Bremen sollen diese Ziele künftig länderübergreifend koordiniert und Verbände, Ehrenamtliche und wissenschaftliche Institutionen eng eingebunden werden.
Das Länderzentrum für Niederdeutsch wird maßgeblich in den Handlungsfeldern Bildung und Kultur sowie bei der Dokumentation und einem anwendungsorientierteren Transfer aus der Wissenschaft tätig werden. Ebenso ist eine enge Verzahnung zu den politischen Vertreterinnen und Vertretern in Bund und Ländern sowie den Mitgliedern des Bundesrats für Niederdeutsch vorgesehen. Es soll sich zudem in übergreifende Themen und das öffentliche Leben einbringen, wenn niederdeutsche Interessen berührt sind, und in Abstimmung mit den regionalen Akteuren zeitgemäße Kooperationen und Formate zur Vermittlung des Niederdeutschen entwickeln.

Finanziert wird das Länderzentrum für Niederdeutsch von den vier Ländern jährlich in Höhe von insgesamt 271.000 Euro. Bisher war diese Summe an das Institut für niederdeutsche Sprache (INS) geflossen, mit der das LNZ kooperieren will.
Den größten Teil der Kosten übernimmt weiterhin Niedersachsen mit 117.000 Euro, Bremen steuert 80.000 Euro bei, Schleswig-Holstein 42.000 Euro und Hamburg 30.000 Euro. „Es gibt keine Pläne, diese Beiträge zu senken“, verkündete übrigens Pit Hosak von der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg.
Alle vier Länder halten dieselben Anteile an der neuen Gesellschaft „Länderzentrum für Niederdeutsch“ gGmbH (LZN)und nehmen ihre fachliche Verantwortung in einem Aufsichtsrat gemeinsam und gleichberechtigt wahr. Der Aufsichtsrat hat sich am gestrigen Donnerstag zu seiner konstituierenden ersten Sitzung getroffen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind Dr. Andreas Mackeben (Bremen), Dr. Pit Hosak (Hamburg), Ulf Thiele, MdL (Niedersachsen) und Friederike Löffert-Pokatis (Schleswig-Holstein).
Zudem wird ein Beirat gebildet, in dem die Sprechergruppen, der Bund und der Bundesrat für Niederdeutsch beteiligt werden sollen.
Unverzichtbar ist die Vernetzung mit den vielfältigen Strukturen und Personen im Bereich des Niederdeutschen in Norddeutschland; dazu gehören – neben politischen Vertreterinnen und Vertretern in Bund und Ländern – auch die Mitglieder des Bundesrats für Niederdeutsch.
„Mein Ziel ist es, eine engere Verzahnung der Bemühungen um den Erhalt, den Schutz und die Entwicklung der niederdeutschen Sprache zwischen den beteiligten Ländern zu erreichen. Ich bin überzeugt, dass uns mit dem neuen Länderzentrum ein enger Schulterschluss in der inhaltlichen Kooperation gelingt“, erklärte Christianne Nölting.
„In den ersten 100 Tagen wird sich Frau Nölting im Schwerpunkt den administrativen Dingen widmen. Dazu gehören die Klärung der barrierefreien Räumlichkeiten, die Besetzung von zwei weiteren Stellen (wissenschaftliche Mitarbeit und Assistenz) und der nachhaltige Aufbau eines Internetportals mit starkem Servicecharakter und Lehrangebot“, ergänzte Mackeben.
Christianne Nölting sieht Plattdeutsch übrigens als ihre Muttersprache an. Ihr langfristiges Ziel ist es, die Sprache als festes Schulfach bis zum Abitur zu etablieren. „Dafür sind allerdings entsprechend geschulte Lehrer, ausreichendes Unterrichtsmaterial und viel Engagement nötig“, betonte Nölting. Die 52-Jährige gründete bereits vor einigen Jahren die Internet-Lernplattform „Plattolio“, dessen Ziel es ist, Kindern das Niederdeutsche nahe zu bringen. Das Portal wurde 2014 mit dem Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis ausgezeichnet.
Zur Person:
Christianne Nölting
ist auf der Insel Fehmarn geboren und mit der niederdeutschen Sprache aufgewachsen. Sie studierte in Kiel an der Christian-Albrechts-Universität Nordistik, Niederlandistik und Germanistik mit Schwerpunkt Niederdeutsch. Bereits während des Studiums arbeitete sie beim Hörfunk des NDR in Kiel als Platt-Reporterin und Moderatorin. Nachfolgend wurde die Platt-Expertin Redakteurin für Niederdeutsch und Friesisch. Nach einem Wechsel zum NDR nach Hamburg wurde sie Sprecherin der plattdeutschen Nachrichten und Moderatorin und Reporterin für Sendungen wie „Wi snackt Platt“ und das „Hamburger Hafenkonzert“. Nebenher brachte sie die „Sesamstraat op Platt“ ins NDR-Fernsehen und drehte später die Einspielfilme für die Sendung „Talk op Platt“.
In den Folgejahren erweiterte und verlegte sie ihr Tätigkeitsfeld in den Bereich Fortbildung und konzentrierte sich auf den Erhalt des Niederdeutschen. Sie gründete das Lernportal „Plattolio“ mit dazugehörigem Verein, dessen Zweck und Ziel es ist, die niederdeutsche Sprache auch Kindern nahe zu bringen. Dieses Portal wurde 2014 mit dem Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis ausgezeichnet.
Christianne Nölting hielt und hält zahlreiche Fachvorträge zum Thema Niederdeutsch in der Bildung und arbeitet in Workshops mit verschiedenen Themenschwerpunkten mit Lehrern und Lehrerinnen in den Ländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Sie entwickelte unter anderem für das Lehrerbildungsinstitut in Schleswig-Holstein (IQSH) den ersten Zertifikatskurs Niederdeutsch in Form eines Blended-Learning-Webinars „op Platt“. Christianne Nölting unterstützt seit mehreren Jahren länderübergreifend die Ein- und Durchführung des Plattdeutschunterrichts in den Schulen und setzt sich vielfältig und aktiv für den Schutz und die Stärkung des Niederdeutschen ein.

Plattdeutsche Musik, Bücher und Filme finden Sie hier:
www.tennemann.com

CD-Box „Ut de Franzosentid“ / gelesen von Gerd Lüpke
ISBN 978-3-941452-28-2

Lachen mit Schlett 2
TENNEMANN Verlag
ISBN 978-3-941452-48-0

Auch die Lieder von Kurt Nolze laufen auf beiden Onlinemusikstationen / CD-Cover „KURT NOLZE – Mine Besten“

CD-Cover „Ik lach‘ mi dot“ DIETER KAROW / Cover-Foto: TENNEMANN media

„Een lütten Sparling bün ick man“, Hörbuch-CD / TENNEMANN Buch- und Musikverlag ISBN 978-3941452329

Sänger, Schreiber und Studenten – das Rostocker Liederbuch aus dem 15. Jahrhundert /
Cover-Bild: TENNEMANN Buch- und Musikverlag
ISBN 978-3-941452-40-4

Cover CD-Box „De Plattfööt – Das Beste aus 33 Jahren“ / Bild: TENNEMANN Verlag
EAN 9783941452398
ISBN 9783941452398

Dat Späl von Dokter Faust / CD-Box/ FRITZ REUTER BÜHNE SCHWERIN
ISBN-978-3-941452-45-9

De Mallbüdel 7
TENNEMANN Buch- und Musikverlag /
ISBN 9783941452527

CD „Mien säute Diern“, Klaus-Jürgen Schlettwein / TENNEMANN Verlag
ISBN 978-3-941452-55-8

E-Mail von tauhus / Cover: TENNEMANN Buchverlag

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