Güstrow (nordPR) – 800 Jahre Güstrower Dom: Das wird gefeiert. Los geht die Festwoche am Sonntag. Sie ist der Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Das Programm im Überblick.
Im Jahr 1226 stiftete der mecklenburgische Fürst Heinrich Borwin II. kurz vor seinem Tod den Dom zu Güstrow. 1335 wurde die Kirche geweiht. Heute zählt sie zu den bedeutenden Zeugnissen der norddeutschen Backsteingotik. 800 Jahre später feiert die Evangelisch-Lutherische Domgemeinde dieses Jubiläum mit einem Programm, das sich über das gesamte Jahr 2026 erstreckt. Der Höhepunkt ist die Festwoche.
Sie begann am Sonntag, 31. Mai, mit einem Familien-Festgottesdienst und einem anschließenden Domplatzfest für alle Generationen. Am Montag, 1. Juni, folgt ein Festkolloquium, zu dem nach Angaben der Gemeinde über 100 Teilnehmenden angemeldet sind. Auf dem Programm: geschichtliche Hintergründe zum Dom, herzögliche Bestattungsfeierlichkeiten und die Restaurierung wandgebundener Bildwerke.
Der Festakt am Dienstag, 2. Juni, um 14 Uhr ist der intellektuelle Schwerpunkt der Woche: Prof. Dr. Hartmut Rosa, Soziologe an der Universität Jena und Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt, spricht im Dom zum Thema „Kirche als Resonanzraum: 800 Jahre Güstrower Dom“. Der Autor, bekannt vor allem für seine Bücher zur Beschleunigung und zur Resonanztheorie, denkt damit eines seiner Kernkonzepte an einem konkreten historischen Ort durch mit Mecklenburg-Vorpommern als Bühne.
Am Samstag, 6. Juni, lädt die Güstrower Kantorei zum Festkonzert mit Händels Oratorium „Der Messias“. Den Abschluss der Festwoche bildet am Sonntag, 7. Juni, ein Festgottesdienst, bei dem der jüngst restaurierte, 300 Jahre alte Abendmahlskelch des Doms erstmals wieder zum Einsatz kommt.
Bereits seit dem 3. Mai ist die Ausstellung „Unser Dom – Beziehungsgeschichten“ zu sehen. Sie sammelt keine Daten, sondern Erinnerungen: Wer wurde hier konfirmiert, wer hat geheiratet, wer hat hier ein- oder ausgeatmet, in glücklichen oder schweren Momenten. Diese Linie zieht sich durch das gesamte Jubiläumsjahr: Es geht weniger um die museale Würdigung eines Bauwerks als um den Ort, der eine Stadt prägt.
Eröffnet wurde das Festjahr am 8. Februar mit einem Festgottesdienst, bei dem Bläser aus Posaunenchor-Fördervereinen aus ganz Deutschland gemeinsam mit Domkantor Martin Ohse musizierten. Seitdem läuft das Programm weiter: Konzerte, Vorträge, Exkursionen, Aktionen für Kinder, Jugendliche und Familien, eine Festschrift, eine „Backstein“-Exkursion nach Wismar, ein eigens gebrautes Jubiläumsbier.
(Nach einer Presseinformation des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern)
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