Buchvorstellung im Bestattungshaus Plate

Plate (nordPR) – Eine Buchlesung an einem eher ungewöhnlichen Ort fand jetzt in der Feierhalle des Bestattungshauses Scheffel in Plate bei Schwerin statt. Die Autorin Katrin Sobotha-Heidelk stellte ihr Buch „Herzkaspertheater“ vor im Gespräch mit Leif Tennemann.
Zu diesem gelungenen Abend hat die Autorin im Nachhinein auf ihrer Website in der Rubrik „NotizBlock“ einen Text veröffentlicht, den wir den Leserinnen und Lesern hier auf MECK-POMM-HITS.DE gerne vorstellen möchten:

Leben im Bestattungshaus. Eine Lesung
Plate. Christian Scheffel, der Chef, empfängt schon auf dem Vorplatz: „Hier sind Sie richtig.“ So ein junger Bestatter! Später werde ich auch seine Catharina kennenlernen.
Vor dem Wandbild, das in Pastellfarben behutsam den Weg in die Ewigkeit zeigt, steht mein Lesetisch. Es gibt so viele Stuhlreihen wie ein großes Dorf auch für eine Beerdigung braucht. Man kennt sich. Gut sogar.
Eine hohe Decke. Ein Harmonium. Die Klappe bleibt zu.
Zwei Mikrofone. Beim Soundcheck schiebt der Tonmann die Regler routiniert auf seinem Tablet. Leif kommt etwas später, wird umringt. Tennemann zieht Leute an.
Dabei ist er hier der Moderator. Er versucht, die Erwartungen zu lenken. Getränke gibt es, Würstchen auch. Während der ersten Geschichte bereue ich, nicht doch eins genommen zu haben. Der Magen hatte sonst immer bis nach der Lesung gewartet. Doch hier ist alles anders.
Eine Dame fragt, ob Robbie nun sterben muss. Das offene Ende macht ihr zu schaffen. À propos Fundmunition. Da kann der Herr aus der ersten Reihe auch was erzählen als Brunnenbauer! Und die Plattdütsche Deern links ebenfalls. Tennemann regelt den Verkehr der Wortmeldungen.
Dann komme ich mit meinem „Faust-Schlag“. Und schließlich, nach der Pause, mit „Oma“. Es ist meine Lieblingsgeschichte, sie handelt von einem Abschied nach der Trauerfeier. Eigentlich unfassbar. Da ist man sich einig. Große Stille im Bestattungshaus.
Wie hieß das Motto? LESEN BIS ZULETZT.
Besser kann es nicht passen.


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