Güstrow (nordPR) – Er ist Träger des Deutschen Buchpreises, des Nationalpreises und erhielt den in Neubrandenburg vom Nordkurier vergebenen Uwe-Johnson-Literaturpreis.
Einst gefeiert für seinen Wenderoman „Der Turm“ und dessen „schneidende, präzise Beobachtung der real-sozialistischen Wirklichkeit“, diskutieren heute viele Einrichtungen, ob man den Erfolgsautor überhaupt noch einladen sollte oder einladen darf.
Nach umstrittenen Äußerungen des Dresdners Schriftstellers Uwe Tellkamp über Flüchtlinge, über die Reichsbürgerszene und angeblich drohende Repressionen gegen Andersdenkende in Deutschland werfen ihm nicht wenige die Nähe zu rechtspopulistischen Gedanken vor. Sein Verlag „Suhrkamp“ sah sich genötigt, sich in einer Erklärung von Tellkamp zu distanzieren.
Den Güstrower Galeristen und Restaurator Andreas Wittenburg reizte es trotzdem oder gerade darum, den Autor nach Güstrow zu holen. Am 21. März um 19 Uhr liest Tellkamp in der Galerie „Kunst am Dom“ aus seinem Roman „Der Schlaf in den Uhren“. Der 2022 bei Suhrkamp erschienene Roman gilt als „Fortschreibung“ seines Buchs „Der Turm“. Mit der gleichnamigen Erzählung gewann Tellkamp 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Für den stets diskutierfreudigen Andreas Wittenburg ist Uwe Tellkamp der erfolgreichste Schriftsteller mit ostdeutschen Wurzeln. Seiner Meinung nach spreche Uwe Tellkamp die Probleme des Ostens an, die dieses nach den Jahrzehnten im ‚Westen‛ hat. Es sei seiner Meinung nach wichtig, wichtig, die Finger in die Wunde zu legen und gemeinsam zu reden – nicht um zu polarisieren, sondern um zu verbinden, die Zukunft besser zu gestalten und Lösungen zu suchen.
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