„Kuddelmuddel“ ist das plattdeutsche Wort des Jahres 2026

Schwerin / Stavenhagen (nordPR) – Das plattdeutschen Wort des Jahres 2026 lautet „Kuddelmuddel“. Es sei ein „ausdrucksstarkes, humorvolles und zugleich sehr gebräuchliches Wort für Situationen, in denen alles ein wenig durcheinandergerät“, schrieb der Plattdeutschkurs des Evangelischen Schulzentrums Demmin „Katharina von Bora“ der das Wort vorgeschlagen hatte. Und die Jury entschied sich für diese Wort.

In diesem Jahr gab es rund 120 Einsendungen. Die meisten kamen aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Insgesamt hat es nach Angaben des Heimatverbands Mecklenburg-Vorpommern rund 120 Einsendungen gegeben. Die meisten kamen aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, aber auch aus Hamburg, Bremen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen sowie aus Berlin und Baden-Württemberg beteiligten sich Menschen am Wettbewerb.

In der Kategorie „Redewendung/Sprichwort“ siegte der Satz „Man möt ierst krupen, ihrer man löppt“ – „Man muss erst kriechen, bevor man läuft“. Die Redewendung bringe knapp und anschaulich auf den Punkt, dass Entwicklung Zeit brauche, Geduld und kleine Schritte so Gerlinde Block aus Lübz. Sie hatte die Redewendung vorgeschlagen.
Den erstmals vergebene Jugendpreis ging an die 16-jährige Jule Bolz aus Siedenbrünzow. Sie favorisierte den plattdeutschen Begriff „gnaddelig“. Diese Bezeichnung steht für „mürrisch“ oder „schlecht gelaunt“. Laut Begründung der erst 16-jährigen für ihren Vorschlag zeige das Wort, dass Plattdeutsch auch für junge Menschen ein lebendiger Sprachschatz sei. Mit Platt lassen sich nach Ansicht von Jule Bolz Gefühle und Alltagssituationen auch junger Menschen treffend beschreiben.

In der Kategorie „Plattdeutsche Wortneuschöpfung“ setzte sich in einer Online-Abstimmung der Begriff „Tauhusmarachen“ als plattdeutscher Ausdruck für das Homeoffice durch. Eingereicht hatte dieses neue plattdeutsche Wort Siegfried Kasten aus Goldenstädt. 40 Prozent der 806-Online-Stimmen entschieden sich „Tauhusmarachen“.
Mit der jährlichen Suche nach dem plattdeutschen Wort des Jahres wollen das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und der Heimatverband MV nach eigenen Angaben „die niederdeutsche Sprache sichtbar machen, zum Mitmachen anregen und zeigen, dass Plattdeutsch nicht nur bewahrtes Kulturerbe, sondern auch Gegenwartssprache ist“.

Bereits seit 1995 wird alljährlich das plattdeutsche Wort des Jahres gesucht. Nachdem es anfangs nur um ein Wort ging, werden seit 2004 drei Kategorien bewertet: das schönste plattdeutsche Wort, der beste aktuelle plattdeutsche Ausdruck und die liebste Redensart oder das Lieblingssprichwort. 2025 war „Schlackermaschü“, die niederdeutsche Bezeichnung für Schlagsahne, zum schönsten plattdeutschen Wort gekürt worden.

(nach einer Presseinformation des Heimatverbandes MV und des Fritz-Reuter-Literaturmuseums Stavenhagen)

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