Ludwigslust (nordPR) – Der Besucheransturm im Schloss Ludwigslust ist ungebrochen. Nach der Restaurierung des Westflügels ist nun auch der Goldene Saal wieder für Gäste geöffnet.
Damit ist das Schloss erstmals auf einem durchgehenden Rundgang für Besucher zu erleben. In diesem Jahr wird neben dem 250. Schlossjubiläum auch das 150-jährige Stadtjubiläum in Ludwigslust gefeiert. Ab sofort können Gäste die neue Ausstellung sowie den in Gold und Weiß gestalteten Goldenen Saal erkunden. Auf mehr als 1.000 Quadratmetern, die sich auf 25 Ausstellungsräumen über drei Etagen verteilen, wird insbesondere das frühere Leben der Damen am Hofe greifbar. Zu sehen sind unter anderem historische Interieurs, hochwertige Gemälde und seidene Wandbespannungen sowie neue multimediale Ausstellungselemente.
Das Schloss Ludwigslust ist eine ehemalige Residenz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin am Schlossplatz in Ludwigslust. Die klassizistische Dreiflügelanlage wurde 1772 bis 1776 durch Herzog Friedrich von Johann Joachim Busch erbaut. Hervorzuheben sind der Jagdsaal, der Goldene Saal und die Bildergalerie.
Zum Ensemble gehören auch der Schlosspark, die Kaskade und die Stadtkirche.
Das Schloss war von 1763 bis 1837 Hauptresidenz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin. Nach dem Tode Christian Ludwigs im Jahr 1756 verhinderte der ausbrechende Siebenjährige Krieg vorerst weitere Baumaßnahmen in Ludwigslust. Der nachfolgende Herzog Friedrich (der Fromme) verbrachte die Kriegsjahre weitgehend in Lübeck. Zwar ließ er sich bereits 1756 durch den Hofbaumeister Jean Laurent Legeay Entwürfe für eine erste Vergrößerung des Schlosses vorlegen, zur Ausführung kamen die Pläne jedoch nicht und Ludwigslust diente in dieser Zeit vor allem als Nebenresidenz seiner jüngeren Schwester Ulrike Sophie. Die einzige größere Baumaßnahme war der Große Kanal, der später eine der Hauptachsen des neuen Gartens bilden sollte.
Als Herzog Friedrich 1785 starb, war der Schlossbezirk weitgehend vollendet. Ludwigslust hatte sich von einem Gutsdorf zu einem kleinen Fürstenhof entwickelt, der über einen Zeitraum von rund 80 Jahren das kulturelle und politische Zentrum des Landesteils Mecklenburg-Schwerin bildete. Mit Friedrichs Tod ging die neue Residenz des kinderlosen Herzogs an seinen Neffen und Nachfolger Friedrich Franz I. über. Dieser ließ den kaum vollendeten Barockgarten im nunmehr zeitgemäßen Stil als Englischen Landschaftsgarten erweitern und ab 1809 die Stadtanlage durch Johann Georg Barca ausbauen.
Nach Friedrich Franz’ Tod verlegte sein ihm folgender Enkel Paul Friedrich den Hof 1837 zurück nach Schwerin, womit Ludwigslust auf den Status einer Sommerresidenz sank. Friedrich Franz II. ließ die Gartenanlage von 1852 bis 1860 durch Peter Joseph Lenné gestalterisch überarbeiten, dennoch wurde das Schloss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nur noch selten bewohnt.
Große Teile der Ludwigsluster Kunstsammlung kamen ab 1879 nach Schwerin.
Weitere Informationen: mv-schloesser.de
(Nach einer Presseinformation des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern)
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