Neubrandenburg (nordPR) – Von Berlin über Neubrandenburg bis nach Güstrow: Die Uwe-Johnson-Tage ziehen ab 14. September durchs Land. Am 18. September erhält Ingo Schulze den Uwe-Johnson-Preis 2026 für seinen Roman „Das Wasser im August“.
Die fünfköpfige Jury wählte aus einer Vielzahl an eingesandten Texten aus den Bereichen Prosa und Essayistik den diesjährigen Preisträger aus. Nach der Preisvergabe wandert das Programm zurück nach MV. Bis 30. November heißt das Thema: „Da die Geschichte einem ja das Haus zertrümmert…“ – Uwe Johnson und die Perspektive der ‚einfachen Leute‘.
Kurt Tallert, Förderpreisträger des vergangenen Jahres, liest aus „Spur und Abweg“. Alena Schröder stellt „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ vor, Peggy Mädler „Selbstregulierung des Herzens“, Mirna Funk „Balagan“ und Torsten Schulz „Kindheit mit Jimmy“. Uwe Tellkamp, selbst Preisträger von 2008, liest aus seinem neuen Werk „Archipelagus 2″. Dazu kommen eine Dokumentarfilmvorführung mit Gert Neumann sowie Gespräche mit Verlagen und Literaturwissenschaft.
Die Lesungen finden unter anderem im Stadtarchiv Neubrandenburg, in der Uwe Johnson-Bibliothek Güstrow, im Kino Latücht, in der Kunstsammlung Neubrandenburg, im Badehaus am See und im Buchladen Frau Rilke in Neustrelitz statt.
Wer war Uwe Johnson?
Uwe Johnson erblickt 1934 in Cammin in Vorpommern das Licht der Welt. Er zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Nachkriegsautoren. Als Kind kam er nach Mecklenburg. 1959 verließ er die DDR, nachdem sein Debütroman „Mutmaßungen über Jakob“ bei Suhrkamp erschienen war. Das Buch erzählt über Grenzen und Teilung. Seine vierbändigen „Jahrestage“ verweben die Geschichte seiner Figur Gesine Cresspahl mit der deutschen Zeitgeschichte und spielen in Güstrow und Neubrandenburg. 1971 erhielt Uwe Johnson den Georg-Büchner-Preis, 1984 starb er im englischen Sheerness.
Weil sein Werk so eng mit der Region verbunden ist, vergibt die Mecklenburgische Literaturgesellschaft seit 1994 den Uwe-Johnson-Preis: für ein deutschsprachiges Werk, das deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft jenseits einfacher Wahrheiten behandelt. Seit 2005 wechselt er sich mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis für herausragende Debüts ab. Die Uwe-Johnson-Tage sind das dazugehörige Festival: Wochen mit Lesungen, Gesprächen und Filmen an den Original-Schauplätzen seiner Bücher.
(Nach einer Presseinformation der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft)
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