Literatur Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern hat eine literarische Tradition, die weit über Landes-, ja Bundesgrenzen hinausgeht. Die zu diesem nördlichen Landstrich gehörende Mundart des Niederdeutschen würde ohne die literarischen Zeugnisse eines Fritz Reuter oder John Brinckman nicht zu dem Erbe geworden sein, wie wir es heute nutzen können. Gerhart Hauptmann brachte durch seinen Aufenthalt auf der Insel Hiddensee ein Gedankengut in die Literaturwelt, das epochebildend wirkte. Die Bücher Hans Falladas gehören zu den meistgelesenen der Weltliteratur. Die Nach- und Neuentdeckungen des Mecklenburger Autors Uwe Johnson setzen Akzente.Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die Entstehung und Verbreitung von Literatur, bewahrt und pflegt ihre Zeugnisse. Dabei stehen die Individualität und die Tradition der Literatur Mecklenburg-Vorpommerns im Vordergrund.

Stipendien des Landes dienen der direkten Autorenförderung. Literaturförderkreise, Vereine, Bibliotheken, Verlage und Autoren verhelfen regional dem leisesten und doch so intensivem Medium „Buch“ dabei, angenommen und verbreitet zu werden – durch Veranstaltungen, Workshops oder Lesungen und Lesereihen. So erhält die Literatur die Freude daran, nahe und ferne Gedanken-Welten zu entdecken.

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Lesen und gelesen werden

Die Literaturszene des Landes ist klein, ĂĽberraschend und gastfreundlich. Entdecken Sie das literarische MV im Rahmen von Literaturtagen oder literarischen StadtfĂĽhrungen.

Da sind zunŠächst zwei groĂźe Namen: Uwe Johnson und Walter Kempowski sind die Schriftsteller aus Mecklenburg-Vorpommern, deren Werke international bekannt sind. In seinem Hauptwerk „Jahrestage“ beschrieb Uwe Johnson das lŠändliche und kleinstäŠdtische Mecklenburg. Walter Kempowskis „Deutsche Chronik“ lebt vom Alltag einer kleinbŸürgerlichen Reeder-Familie aus Rostock. Nicht zuletzt gibt es auch auf dem groĂźen Spannungsfeld der DDR-Literatur manche BlĂĽten – wieder – zu entdecken.

Erlesene Literatur-Adressen

Die literarischen GedenkstŠätten winken Ihnen schon von Weitem zu: Das Hans-Fallada-Haus in Carwitz oder das Wolfgang-Koeppen-Haus in Greifswald beispielsweise veranstalten regelmŠäßig Literaturtage zu ihren Namensgebern. Das Gerhart-Hauptmann-Haus auf der Insel Hiddensee ist ein ganzjŠähriges Ziel fŸür eine große Fangemeinde des Literatur-NobelpreistrŠägers aus aller Welt. Die Literaturhäuser veranstalten regelmäßig Lesungen von spannenden Autoren. Aus Mecklenburg-Vorpommern und aus dem Rest der Welt.

Literarische Stadtrundgänge und Führungen

In vielen Orten Mecklenburg-Vorpommerns können Literaturfreunde auf den Spuren bekannter Dichter wandeln. Begeben Sie sich auf die Suche nach den Wirkungsstätten der Schriftsteller oder besuchen Sie die Schauplätze Ihrer Lieblingsbücher.

Wer wirkte und lebte in MV

ORTE DER LITERATUR auf „Auf nach MV“ ….

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Land mit literarischer Tradition

Mecklenburg-Vorpommern öffnet für Literaturkenner und -freunde eine prächtige Schatzkammer. Der niederdeutsche Schriftsteller Fritz Reuter (1810-1874) gehörte zu den meistgelesenen Autoren seiner Zeit, seine Werke wurden in zwölf Sprachen übersetzt. Auch John Brinckman (1814-1870) trug maßgeblich zur Überlieferung und Bewahrung der niederdeutschen Sprache bei.

Mecklenburg-Vorpommern hat eine literarische Tradition, die weit über die Landesgrenzen hinaus reicht. „Kleiner Mann – was nun?“, ein Welterfolg von Hans Fallada. Gerhart Hauptmann schrieb in den Sommermonaten auf Hiddensee, Brigitte Reimann lebte ein paar Jahre in Neubrandenburg und arbeitete hier an ihrem Werk „Franziska Linkerhand“. Walter Kempowski, Ernst Barlach als Schriftsteller, Ernst Moritz Arndt: Die Liste renommierter Autoren ist lang.

Die Erinnerung an sie wird hoch gehalten, zum Beispiel in aufwändig konzipierten Literaturhäusern wie für Uwe Johnson und Wolfgang Koeppen in Klütz und Greifswald. An diese Tradition knüpfen heute Schriftsteller wie Judith Schalansky, Marcus Roloff oder Pauline de Bok an. Sie haben vor allem Vorpommern als Schauplatz für ihre Geschichten entdeckt. Oder blicken zurück auf den Alltag in der DDR. Wie Gregor Sander in „Was gewesen wäre“. Für seinen Roman hat der gebürtige Schweriner den Annalise-Wagner-Preis erhalten.

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En Sprak, de so lachen kann

„En Sprak, de so lachen kann,
 is wiert, dat man sei leiw hett.“ Diesem Satz von „Volksprofessor“ Richard Wossidlo ist nichts hinzuzufĂĽgen. Plattdeutsch ist die Seele Mecklenburg-Vorpommerns und aus seiner Geschichte und Literatur nicht wegzudenken. Der Dichter Fritz Reuter, der das Niederdeutsche als Literatursprache etablierte, verlegte gleich die ganze Schöpfungsgeschichte in den Norden: „As uns Herrgott de Welt erschaffen ded, fung hei bi Meckelnborg an…“

Irdisch-handfest war Plattdeutsch seit Jahrhunderten und bis ins 20. Jahrhundert hinein Alltagssprache. Rund ein Viertel der Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns hatten bei einer Umfrage zum Niederdeutschen aus dem Jahr 2007 noch gute bis sehr gute Sprachkenntnisse, mehr als die Hälfte gab an, Platt gut oder sehr gut zu verstehen. Allerdings: Im Vergleich zu einer Erhebung 23 Jahre zuvor war die Zahl der Plattschnacker um die Hälfte zurückgegangen.

Snack mal werrer eins orrich platt!, fordert deshalb zum Beispiel der Plattdeutsch-Wettbewerb, den das Land MV regelmäßig für Kinder und Jugendliche ausschreibt. Der Schutz und die Pflege der niederdeutschen Sprache sind in Artikel 16 der Landesverfassung von Mecklenburg-Vorpommern festgeschrieben. Und mehr noch: Die „Verfatung von dat Land Mäkelborg-Vörpommern“ gibt es auch gleich auf Platt, was den Status der Sprache im Land unterstreicht. Verbände und Vereine wie zum Beispiel der Heimatverband, die Fritz-Reuter-Gesellschaft und der Bund niederdeutscher Autoren widmen sich der Plattdeutsch-Pflege und sorgen außerdem dafür, dass Werke der plattdeutschen Bestseller-Autoren wie Fritz Reuter, Rudolf Tarnow und John Brinckman weiterhin unter die Leute kommen. Dafür engagiert sich auch die Fritz-Reuter-Bühne, neben dem Ohnsorg-Theater Hamburg das zweite professionelle plattdeutsche Ensemble Deutschlands.

Plattdeutsch oder Niederdeutsch ist eine Regionalsprache, kein Dialekt. Gesprochen wird sie in Mecklenburg-Vorpommern, in Hamburg und Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und in nördlichen Teilen Brandenburgs, Nordrhein-Westfalens und Sachsen-Anhalts. Mit großen regionalen Unterschieden übrigens: Manchmal sind schon von Dorf zu Dorf andere Bezeichnungen gebräuchlich.

Ein besonders langes plattdeutsches Wort? „Iesenbahnbomupundaldreiher“. Mit 26 Buchstaben schlägt es den hochdeutschen Schrankenwärter um Längen. Zwei ganz neue: Ackerschnacker und Strommoehl. Die gibt’s im Niederdeutschen erst, seit alle ein Handy in der Tasche und eine Windkraftanlage vor der Tür haben. Ein besonders schönes: kommodig. Es sicherte sich diesen Titel 2015 bei einer Umfrage. Und dass hier ausgerechnet ein Begriff zum schönsten plattdeutschen Wort gekürt wurde, der soviel wie „gemütlich“ und „bequem“ bedeutet, kommt nicht von ungefähr. Denn Plattdeutsch ist eine freundliche Sprache, in der selbst Schimpfwörter noch liebevoll klingen.

Kein Wunder, dass der niederdeutsche Lyriker Felix Stillfried eine regelrechte Liebeserklärung ans Plattdeutsche verfasste: „’Ne Sprak, de lacht, ’ne Sprak, de rohrt, ’ne Sprak, so lud, so lisen, o plattdĂĽtsch Land un Sprak un Ort, jug will ick ĂĽmmer priesen.“

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