Ostereier (Ostern Mecklenburg-Vorpommern)

Ostern ohne Ostereier – das geht gar nicht. Und so gehören Ostereier zum Osterfest in Mecklenburg-Vorpommern natĂĽrlich dazu. Oder um es etwas bedeutungsvoller zu formulieren: Das beherrschende Sinnbild unseres Osterfestes ist das Osterei.
 
Das Ei selbst spielte lange vor der Neuzeit bereits für viele Völker in ihren Mythen eine entscheidende Rolle. Sie meinten zum Teil, dass die Welt oder aber die beherrschenden Götter aus einem Ei entstanden seien. Somit wurde den Eiern und ihrem Verzehr magische Kräfte zugesprochen. In der europäischen Kunstgeschichte treffen wir auch immer wieder auf das Ei als Symbol für die Auferstehung. Auf vielen Marienbildern können wir das Ei Hintergrund oder als Randmotiv als Hinweis auf die jungfräuliche Geburt entdecken.
 
Eine kirchliche Eierweihe um die Zeit zu Ostern wird erstmals im 4. Jahrhundert beschrieben. Schon in dieser Zeit wurden die Eier bunt bemalt, um die Bedeutung des Eis als Sinnbild der Fruchtbarkeit und des Lebens ganz besonders hervor zu heben. Rot war dabei die bevorzugte Farbe, da sie fĂĽr das starke Leben steht.
 
Für den deutschen Sprachraum werden gefärbte Eier zur Osterzeit erstmals im frühen 13. Jahrhundert erwähnt. In späteren Berichten wird erstmals um 1590 von roten Eiern bei der Speisenweihe zu Ostern berichtet.
Das Wort Osterei taucht erstmals nach 1600 in Straßburg auf. 1617 erwähnt E. Puteanus in seinem Werk „Ovi Euconium“ beschriftete, bemalte und geätzte Ostereier. Später dann  erwähnt S. Frank 1682 in „Satyrae“ erstmals auch das Verstecken der Ostereier.
 
Neben dem bloßen Färben kam eine ganz besondere Bedeutung dem sehr aufwendigen Verzieren zu. Hier wurden künstlerisch oftmals sehr feinteilige Sinnbilder aufgetragen, wie wir sie noch in unserer Zeit auf Ostereiern kennen.
 
Dabei war die verzierte Schale des Eis gerade für Gläubige das Sinnbild des alten Testamentes. Der Kern des Eis hingegen galt als Symbol des neuen Testamentes. Zum Osterfest wurde der Kern nach der Fastenzeit zur ersten Nahrung der Gläubigen.
 
Die Hühnereier bzw. Die Hühnereier zum Osterfest als Ostereier, ob nun gefärbt oder verziert, waren früher ausnahmslos roh, sozusagen mit vollem Inhalt.
Erst in unserer Zeit werden die Hühnereier zu Ostereiern, nachdem man sie meist ausbläst oder aber hart kocht, gestaltet und dann zum alsbaldigen Verzehr in die Osternester legt.
 
Denn gerade das gehört heute zu unserem Osterfest auch im Norden dazu: Die Ostereier versteckt der Osterhase am Ostersonntagmorgen in den Osternesten neben anderen Leckereien und kleinen Spielzeugen zur Freude vor allem der Kinder, die dann auf Ostereier-Suche gehen. 
(*T/26032013)

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